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Benjamin Karl: „Ich bin der perfekte Athlet"

Er hat Geschichte geschrieben. Schon wieder. Ende Februar feierte Benjamin Karl im kanadischen Blue Mountain seinen 17. Weltcup-Sieg. Aber es war sein erster, den er sich teilen musste, denn der 34-Jährige fuhr im Finale nach zwei Runs zeitgleich mit dem Italiener Mirko Felicetti über die Ziellinie – das gab es in der Geschichte des Snowboard-Weltcups noch nie!
„Jeder Sieg ist etwas ganz Besonderes, aber der hatte noch dieses kleine Extra“, lacht der sympathische Niederösterreicher, der eine beachtliche Weltcup-Bilanz vorweisen kann: bei 140 Starts stand er 40 Mal am Podium und also bereits 17 Mal am obersten Treppchen.
„In einer Saison ohne Großereignisse zählt nur der Weltcup, deshalb wollte ich unbedingt performen. Ich habe hart dafür gearbeitet, bin motiviert und lebe in jedem Training und bei jedem Wettkampf meine Passion für den Sport.“

Das Alter ist auch nur eine Zahl

Apropos Leidenschaft. Kleiner Zeitsprung, zurück in den Herbst 2019. Via Social Media versorgte der 4-fache Weltmeister seine Fans mit einem ganz persönlichen Countdown bis zum ersten Training auf Schnee. „In der Nacht davor habe ich richtig schlecht geschlafen, weil ich so spitz darauf war, endlich wieder das Board anzuschnallen. Das ist für mich immer das Zeichen, dass ich mir ein Leben ohne Snowboarden, ohne Training und ohne den Wettkampf momentan einfach nicht vorstellen kann.“
Und das Ende einer jetzt schon großen Karriere ist noch lange nicht in Sicht. „Man sieht ja in dieser Saison, dass Alter nicht vor Leistung schützt. Roland Fischnaller fährt mit 39 Jahren die beste Saison seines Lebens, das zeigt mir, dass das Alter wirklich nur eine Zahl ist.“
Und genauso fühlt sich Benjamin Karl auch. „Mir geht es so gut wie vor 15 Jahren, ich bin top-fit und extrem gut drauf. Das erkennt man auch daran, dass ich heuer nicht einmal beim Physiotherapeuten war.“

Der Traum vom eigenen Gym

Der Grund dafür ist in seinem Fitness-Programm zu suchen – und also schnell lokalisiert. „Ich möchte im Sommer mein eigenes Gym daheim in Lienz eröffnen und bin dadurch extrem in das Thema Fitness reingekippt. Es passt einfach super zu mir und zu meiner Sportart.“
Hat er früher den Großteil seiner Ausdauereinheiten auf zwei Rädern – Rennrad, Zeitfahrmaschine oder Mountainbike, you name it! – daheim in den Lienzer Dolomiten oder bei Extrem-Rennen wie dem „Race Around Austria“ oder der Trans-Alp verbracht, schwitzt Benji heute bevorzugt in den eigenen vier Wänden. „Das Gym ist meine kreative Ecke, mein Spielplatz. Es geht nicht nur darum, die Hanteln zu schupfen. Training ist so vielseitig, es gibt unglaublich viele Gestaltungsmöglichkeiten, deshalb kann und darf ich mich mehr austoben denn je.“

Die Werte stimmen, auch am Rad. „Ich bin am Bike so fit wie in meinen besten Saisonen.“ Und er hat die Freude daran nicht verloren, in die Pedale zu treten.

Stillstand bedeutet Rückschritt

Das war nicht immer so. „Als ich mit 19 Jahren zum Bundesheer gekommen bin, habe ich mich selbst um ein Training gekümmert und in den ersten fünf, sechs Jahren fast alles am Rad gemacht. Aber irgendwann war ich einfach ausgebrannt, haben die Ziele und die Motivation gefehlt – da habe ich begonnen, andere Bereiche zu erkunden und zu entdecken.“
So war der zweifache Olympia-Medaillengewinner (Silber in Vancouver 2010, Bronze in Sotschi 2014) einer der ersten Snowboarder, der sich mit Leichtathletik-Training fit für den Winter gemacht hat. Er hat schon LKW-Reifen durch die Gegend geworfen, da kannten Crossfit in Österreich nur ein paar wenige.

Die Varianz im Training ist auch für den Kopf wichtig. Stillstand bedeutet Rückschritt. Ich habe gemerkt, dass ich diese neuen Reize brauche, um mich als Athlet weiterzuentwickeln. Jetzt habe ich einen super Mix.

Das snowboard-spezifische Fitnessprogramm hat der Modellathlet gemeinsam mit dem Olympiazentrum Niederösterreich entwickelt und in den drei Jahren der Zusammenarbeit stets verfeinert. „Da bin ich in den besten Händen!“

Das perfekte Set-Up

Wie bei Technogym, wo er als Markenbotschafter und Champion auch wichtiges und wertvolles Feedback zu den Produkten gibt. Die drei wichtigsten Elemente in seinem Training sind Skillbike, Skillmill und Power Rack. „Mit diesem Set-Up bleibt kein Wunsch offen. Das Skillbike ist perfekt für Ausdauereinheiten und die Regeneration, auf der Skillmill mache ich Intervallläufe und Sprints, die richtig knackigen Sachen, und die Langhantel ist aus dem Krafttraining sowieso nicht wegzudenken.“
Bleibt die Frage, ob Benjamin Karl nach hunderttausenden Kilometern am Rad nun noch zum Kraft-Typ wird?
„Ein Trainer hat einmal zu mir gesagt, dass ich eine Grundlagenausdauer für drei Snowboarder-Leben habe, mittlerweile macht mir aber auch das Krafttraining extrem viel Spaß. Ich würde sagen: ich bin der perfekte Athlet!“

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